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Der Einfluss von Corona auf die Lebensbedingungen der Medienfrauen

Kristin Allwinger beim Journalistinnenkongress, der Corona-bedingt Online stattfand.In allen Lebensbereichen hat die COVID-19-Pandemie Einzug gefunden, ihre Auswirkungen betreffen auch den 22. Journalistinnenkongress, der erstmalig als virtuelle Veranstaltung ausgetragen wird. Bei den vielen negativen und einschneidenden Konsequenzen zeigt sich im Hinblick auf den Journalismus sehr deutlich: Medienfrauen müssen weiterhin stärker sichtbar sein. Dazu müssen sie sich untereinander besser vernetzen, um „die männlichen Machtzirkel“ aufzulösen und Gleichstellung der Geschlechter durchzusetzen. So die Hauptergebenisse der Akonsult-Umfrage (n= 250 Medienfrauen), die in Kooperation mit dem Journalistinnenkongress durchgeführt wurde.

Dass die „alten“ Spielregeln durch die Corona-Krise einen erneuten Aufschwung erleben, erläutert Kristin Allwinger von der Meinungsforschung Akonsult im Rahmen des Online stattfindenden Panels. Ihren Analysen zufolge sehen 46 Prozent der befragten Frauen eine Verstärkung der hierarchischen Strukturen im Arbeitsalltag.

Das trifft vor allem auf Zoom-Meetings zu. Es wird vermehrt diktiert statt diskutiert. 47 Prozent der

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Auch während der Corona-Krise müssen Medienfrauen sich stärker vernetzen und sichtbar bleiben.

Medienfrauen sagen, dass sich die männlichen Machtzirkel ausweiten. Viele Frauen machen sich Sorgen um ihren Beruf. Zehn Prozent haben ihren Job verloren. Negative Auswirkungen auf privater Ebene sehen die befragten Frauen durch die Mehrfachbelastungen, aber auch durch finanzielle Engpässe. Aus der Umfrage geht letztendlich hervor, dass viele positive Errungenschaften hinsichtlich der Gleichstellung von Männern und Frauen durch Krisen schnell ins Wanken geraten. Es braucht neue Strategien für Frauen.

„Neues Spiel, neue Regeln“ – wie hat Corona den Journalismus verändert

Wie diese neuen Spielregeln bzw. neuen Strategien, um Frauen zu stärken, gestaltet werden müssen, wurde anschließend von einer hochkarätigen Runde diskutiert: Wiebke Loosen vom Leibniz-Institut für Medienforschung, Maria Pernegger von Media-Affairs, Eva Konzett vom Falter, Katharina Mader vom Institut für Heterodoxe Ökonomie WU Wien. Moderation: Martina Madner von der Wiener Zeitung.

Die wichtigsten Erkenntnisse der Expertinnen: Die Forschung muss mehr einbezogen werden, Väter müssen ihre Rolle aktiver wahrnehmen und Wirtschaftshilfen müssen nach fairen Kriterien vergeben werden. Die Förderungen sollen an die Qualität und nicht an die Auflagen geknüpft werden. Außerdem ist Wiebke Loosen davon überzeugt, dass Co-Leitungen zwischen Männern und Frauen in einer Arbeitsteilung durchaus realisierbar sind. In einer Sache sind sich alle einig: Frauen müssen sich gegenseitig unterstützen, um stark zu sein, und gerade in der Krise darf die Gleichstellungspolitik nicht in den Hintergrund geraten.

Alle Ergebnisse im Detail: journalistinnen_kongress_2020